Über uns ... :: Panamericana Tour 2003/2004 :: Other Tours

Start page

 



 Panamericana
 

The tour
The car
The report

 

 

 

Endlich im Paradies - Costa Rica
(18.11.2003-6.1.2004/ km 12.400 bis km 15.200)

   

Nach den Facetten der Bürokratie (und Beamten mit großen Taschen) in El Salvador, Honduras und Nicaragua, waren wir überglücklich, als wir die Grenze zu Costa Rica passiert haben. Die Beamten haben nur die Beträge verlangt, die sie verlangen müssen und waren freundlich (man wird bescheiden). Sie haben uns auch verdutzt angeschaut, als wir immer nachgefragt haben, ob das alles ist, was wir zu zahlen haben (war anscheinend schon die Macht der Gewohnheit; das müssen wir ablegen, bevor wir nach Österreich kommen, sonst werden wir noch wegen "versuchter Beamtenbestechung"
eingesperrt :-) !!).

Bild groß betrachten!

Im Nationalpark Rincon de la Vieja stößt man mitten im Regenwald auf heiße Quellen


Natur pur

Costa Rica ist das Land der Nationalparks. 25% der Landesfläche sind in irgendeiner Weise vor wirtschaftlicher Nutzung und Abholzung geschützt und bietet daher Lebensräume für viele vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten (da kann sich, glauben wir, jedes Land ein Beispiel nehmen).
Als erste Station haben wir uns den Regenwald- und Vulkannationalpark Rincon de la Vieja, im Norden Costa Ricas, ausgesucht. Mitten im Regenwald findet man hier heiße Quellen, Schlammvulkane und Fumerole (aus irgendwelchen Löchern im Boden rauchts halt raus :-)) ).
Weiters kann man beim Wandern viele Tiere beobachten: verschiedene Affenarten, Riesenschmetterlinge, Pacas (schauen aus wir Riesenratten ohne Schwanz) und Pizotes (auf deutsch Weißrüsselnasenbär; schon der Name dieses Tieres klingt recht witzig; siehe Bild).

Mit einem Pizote (vulgo Weißrüsselnasenbär) hatten wir ein kurioses Erlebnis:
Mitten in der Nacht hören wir auf einmal ein Rascheln im Vorzelt. Ein Blick ins Vorzelt und wir kommen drauf, daß der Plastiksack mit Martins Wanderschuhen fehlt. Als wir das Zelt aufmachen, sehen wir nur mehr einen frechen Pizote mit den Schuhen davonlaufen.
Da keine anderen Schuhe mehr da sind und man im Regenwald nie barfuß laufen sollte, schnappt sich Martin Ediths Sandalen und läuft dem Pizote nach.
Der ist ziemlich verdutzt (kein Wunder: ein schimpfender Österreicher läuft ihm in Unterhose und Damensandalen mitten im Regenwald nach !!) und läßt die Wanderschuhe liegen und trottet murrend davon. Wir nehmen an, daß der arme Pizote seitdem in psychiatrischer Behandlung ist, um sein Trauma zu verarbeiten :-) !! Was man da so alles erlebt, .... denken wir uns und sicher auch der Pizote !!

Nach den Regenwald-Wanderungen und den tierischen Erlebnissen mußten wir dann unseren geschundenen Körper ein paar Tage Erholung am Strand gönnen (was wir dann auf der Peninsula de Nicoya an der Playa Panama gemacht haben).

Bild groß betrachten!

Edith krabbelt aus dem Zelt, als sie in der Früh den Kaffee erschnüffelt (leider wars kein Eduscho rrrrröstfrisch :-) !!)


Bild groß betrachten!

Mit einem Pizote hatten wir ein kurioses Erlebnis


Bild groß betrachten!

Barbecue am Strand


Der erste Kontakt

Nach vier Tagen Zivilisation in San Jose (das heißt Kino und Weihnachtseinkäufe) und 3 Tagen erfolglosem Warten auf Wetterbesserung, um die Vulkane im Central Valley zu besteigen, haben wir uns entschlossen an die Karibikküste Costa Ricas zu fahren.

Dort kam es in Puerto Limon zum ersten Kontakt - nicht mit Außerirdischen, sondern mit unseren heißgeliebten Faultieren (jeder "Ice Age"-Filmfan, der das Faultier "Sid" kennt, wird das verstehen). Im Parque Vargas mitten in Limon fühlen sich einige Faultiere sehr wohl.
So sind wir eines Tages genau zu dem Zeitpunkt in den Park gekommen, als ein Faultier verzweifelt versucht hat, von einen Baum auf einen anderen zu kommen. Da haben wir natürlich nicht tatenlos zuschauen können. Mit Hilfe von ein paar Ticos ("Costa Ricanern"), die den Zielbaum zu dem Faultier hingebogen haben und Martin als Zusatzbaum, hat es "Sid" dann doch noch geschafft (siehe Bild). Allerdings hat die ganze Aktion cirka eine halbe Stunde gedauert, da sich ein Faultier nicht gerade schnell bewegt und entscheiden kann, wo es hin will.
Ich (Martin) habe Edith dann nur mit Mühe davon abhalten können, den kleinen "Sid" auf unsere weitere Reise mitzunehmen.

Vom Faultier-Fieber angesteckt, sind wir am nächsten Tag gleich in ein Faultier-Hospital gefahren, wo Luis und Judy Arroyo sich auf ihrem 88-Hektar Privatnaturreservat "Aviarios del Caribe", um verletzte und verwaiste Faultiere kümmern. Als die beiden bemerkt haben, daß sie es bei uns mit Hardcore-Faultierfans zu tun haben, bekamen wir gleich eine extra Faultier-Einführung durch Judy.
Faultiere machen, wie der Name schon sagt, einen sehr faulen und langsamen Eindruck. Wir haben allerdings gelernt, daß Faultiere eigentlich sehr intelligente Tiere sind, die sich ihrem Lebensraum perfekt angepaßt haben.

Nachdem Luis und Judy ihre Patienten aufgepäppelt haben, werden sie, nach einer kurzen Einwilderungsphase, wieder in ihrem natürlichen Lebensraum ausgesetzt. Sie haben uns erzählt, daß ihnen dabei immer fast das Herz bricht, wenn sie wieder mal von einem ihrer Schützlinge Abschied nehmen müssen.
Die beiden tragen mit ihrer Arbeit auch sehr viel dazu bei, daß die Lokalbevölkerung diese Tiere zu schätzen weiß, was wiederum zum Schutz der Faultiere beiträgt.

Die Stammbesatzung des Faultier-Hospitals (das heißt Faultiere, wie "Buttercup" und "Milly", die wegen Verletzungen nicht mehr alleine im Regenwald überleben könnten) hat ein sehr streßiges Leben, das hauptsächlich aus Fressen, Schlafen, Streichelnlassen und Posieren für Fotos besteht.
Da ist es nur zu verständlich, daß die beiden "hie und da" mal ein Nickerchen machen müssen :-) !!

Bild groß betrachten!

"Sid" auf dem Weg zu neuen Blättern


Bild groß betrachten!

Mit ein bißchen Hilfe kommt "Sid" doch noch von einen Baum auf den anderen


Bild groß betrachten!

Liebe auf den ersten Blick - Das Zwei-Zehen Faultier "Milly" und Edith


Bild groß betrachten!

Der Star des Hospitals und gleichzeitig dienstälteste Faultier "Buttercup" bei der Arbeit


Parque Nacional Cahuita und Braulio Carillo

Den Parque Nacional Cahuita macht die Kombination Regenwald mit Karibik-Traumstrand zu einem unvergeßlichen Erlebnis (obwohls bei unserer Wanderung wie aus Kübeln geschüttet hat; aber was einen nicht umbringt, macht einen härter).

Der Parque Nacional Braulio Carillo schützt ein großes unberührtes Regenwaldgebiet und ist zum großen Teil noch immer unzugänglich. Der Park wurde als Kompromiß zwischen Regierung und Umweltschützern, beim Bau eines Highways durch dieses Gebiet, eingerichtet (solche Kompromisse wären doch in Europa auch nicht schlecht, oder ?).


Bild groß betrachten!

Trail im Parque Nacional Cahuita


Parque Nacional Volcan Poas

Nachdem die lang erwartete Wetterbesserung endlich eingekehrt ist, haben wir uns gleich auf den Weg zum Vulkan Poas gemacht. Der Poas ist 2704 m hoch und hat einen der größten Krater der Welt.
Der Kratersee hat, durch ausströmende Schwefelgase, eine tief-türkise Farbe (siehe Foto rechts, lädt doch irgendwie zum Baden ein, oder ? Sollte man aber eher nicht versuchen :-) !!). Der letzte große Ausbruch des Poas war 1954, eine kleinere Eruption hat 1989 stattgefunden.


Bild groß betrachten!

Der Krater des Poas ist, mit 1500 m Durchmesser, einer der größten der Welt


Ein etwas anderes Weihnachtsfest

Zu Weihnachten haben wir uns in einem Spa-Resort im Hochland eingemietet (man gönnt sich ja sonst nichts :-) ). Theoretisch hätte der Tag folgendermaßen aussehen sollen: Frühstücken, ein nettes Telefonat mit unseren Familien, ein bißchen Pool und dann ein Weihnachtsessen am Abend. Soweit die Theorie !
Es kam alles etwas anders: am Weihnachtsmorgen haben wir bemerkt, daß anscheinend jemand seine letzten Weihnachtseinkäufe in unserem Auto erledigt hat. Die Fahrertüre war aufgebrochen und es fehlten unser Autoradio, alle CDs, Martins alte Sandalen (was die Autoknacker wohl damit machen !!!), Ediths Schuhe und, wieder mal, unser Duftspender (dürften sehr begehrt sein, der Erste wurde uns bereits in den USA entwendet).

Aber nachdem das Hotel den Radio netterweise ersetzt hat und das Türschloß repariert war, haben wir im zweiten Anlauf versucht, uns einen schönen Weihnachtstag zu machen.
Der zweite Anlauf war dann auch so, wie wir uns das vorgestellt haben, wenn uns nicht um 1.15h in der Nacht ein Erdbeben der Stärke 6,3 (Epizentrum war zum Glück im Süden des Landes) aus dem Bett gerüttelt hätte !

Aber uns kann ja nur mehr wenig erschüttern (zB ein Erdbeben :-) ), darum haben wir auch das mit einem Grinsen weggesteckt. Wir werden uns allerdings immer an diese, etwas anderen, Weihnachten erinnern !

Bild groß betrachten!

Weihnachtsbaum unter Palmen an der Karibikküste

Bild groß betrachten!

Wasserfälle im Regenwald - La Paz Waterfalls


Black Sand-Beach

Die Farbe der Strände, die wir bis zu diesem Zeitpunkt unsicher gemacht haben, reichte von weiß bis beige.
Darum waren wir schon neugierig, als wir zwischen Weihnachten und Silvester nach Puerto Viejo de Talamanca an der Karibikküste fuhren, wo ein Strand mit schwarzen Sand zum Baden einlädt. Wir haben uns auch nicht zuviel erwartet, denn die Kombination von glitzernden, schwarzem Sand und warmen Karibikwasser, macht diesen Strand zu einem besonderen Erlebnis.
Wir hatten dann auch noch Besuch von einem Pferd, das unbedingt unsere Ananas stehlen wollte. Nach einigen Minuten Diskussion mit unserem Gast, haben wir dann doch unsere Ananas behalten dürfen. Das Pferd ist danach kopfschüttelnd davongetrottet und war sichtlich beleidigt.


Bild groß betrachten!

Die schwarze Farbe kommt nicht etwa von einer Ölpest, sondern von Lavasand :-)


Parque Nacional Chirripo

Nachdem wir einen ruhigen Jahreswechsel in der Hauptstadt San Jose verbrachten, haben wir uns Richtung Panama aufgemacht.
Bevor wir Costa Rica endgültig verliessen, haben wir dann noch Station in der Nähe des Parque Nacional Chirripo gemacht. Der Chirripo ist mit 3820m der höchste Berg Costa Ricas, was diesen Nationalpark für uns natürlich gleich interessant gemacht hat. Obwohl wir den Gipfel nicht bestiegen haben (vom Trailhead sind es immerhin 18km horizontal und 2,5 km vertikal, keuch :-)) !!), haben wir die Gegend, während zwei Wanderungen, erkundet. Was uns sofort aufgefallen ist, war die Ähnlichkeit mit einer Wanderung bei uns in Österreich. Das hat uns wieder mal gezeigt, daß Tropen eben nicht immer automatisch Hitze, Schlamm und Regenwald heißt.

Bild groß betrachten!

Die Landschaft im Chirripo Nationalpark hat uns irgendwie an Zuhause erinnert


Auf gehts nach Panama

Für uns war es nun Zeit, nach 1,5 schönen Monaten in Costa Rica, auf Wiedersehen zu sagen und uns auf den nächsten Abschnitt unserer Reise vorzubereiten: SÜDAMERIKA.
Da die Panamericana zwischen Panama und Kolumbien eine Lücke aufweist und Kolumbien derzeit nicht gerade unser bevorzugtes Urlaubsziel ist, muß Suzi in einen Container und wir müssen in ein Flugzeug, um nach Ecuador zu kommen.
Das ist auch der eigentliche Grund, warum wir jetzt weiter nach Panama fahren. Also dann bis bald in Panama ...

Bild groß betrachten!

Goodbye, Costa Rica !!


 

 

 

 
     

 

   © 2004 by Martin&Edith •  martin@martin-rampl.info